Käsekuchen aus Nieuw Amsterdam

Es gibt so viele Arten von Käsekuchen. Für manche muss er bodenlos sein, für andere ist das dann eine bodenlose Frechheit. Ich halte mich da lieber an dieses Rezept.

Zutaten

26er-Springform

Für den Boden

200 g Butterkekse*
100 g Margarine

*oder Spekulatius oder Lotus-Kekse

Für den Belag

200 g Zucker
3 EL Speisestärke
600 g Frischkäse
200 g Quark
150 g Sahne
1 Ei
2 EL Zitronensaft

Für den Guss

250 g Schmand
2 EL Zucker
1 EL Vanillezucker
12 EL Zitronensaft

Backen

160 °C (Umluft), 10 min vorbacken
160 °C (Umluft), 45 min backen
160 °C (Umluft), 10 min fertig backen

Dieses Rezept ist …

vegan: wenn du Ersatzprodukte-Lotto spielst. Damit keine Ersatzprodukt-Basis unangenehm herausschmeckt, habe ich folgende wilde Mischung gewählt.

  • Butterkekse: Biscoff Lotus-Kekse
  • Frischkäse: Simply V Frischecreme
  • Quark: Alnatura Quark-Alternative
  • Sahne: Rama Cremefine Schlagcreme 31 % Fett
  • Ei: Alnatura Ei-Ersatz
  • Schmand: Milram Veganer Schmand

glutenfrei: wenn du die Kekse ersetzt

laktosefrei: wenn du Frischkäse, Quark, Sahne und Schmand ersetzt 


Früher, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, keine 50 Jahre nachdem sie sich selbst einen Staat an der Küste der Nordsee gegeben hatten, machten sich die Niederländer auf, Handel mit Regionen jenseits der Strände von Domburg, Kijkduin und Julianadorp zu treiben. So verschlug es sie auch an die Mündung des Hudson Rivers, der damals noch nicht so hieß, und gründeten dort eine Siedlung auf einer Insel, die sie den Lenni Lenape zuvor abgekauft hatten. Diese Siedlung nannten sie Nieuw Amsterdam. (Warum auch nicht? Was wäre auch eine Kolonialmacht, die nicht alles nach Orten in der alten Heimat benannt hätte?) Während aber die Vormachtstellung der Niederländer nur kurzen Bestand hatte und auch die Briten, die die Siedlung natürlich als erste Amtshandlung nach einem Ort in ihrer alten Heimat umbenannten, nicht auf Dauer Herren ihrer neuen Kolonien bleiben konnten, wuchs diese kleine Siedlung unbeirrt weiter. Heutzutage kennen wir sie als New York und von dort kommt dieser Käsekuchen. 

Im Prinzip ist das hier kein kompliziertes Rezept, auch wenn der Kuchen gleich dreimal in den Backofen wandern muss. Fang deshalb am besten damit an, dass du ein leeres Backblech in den untersten Einschub schiebst und einen Rost eine Etage darüber und dann beginnst den Backofen vorzuheizen.

Während dein Backofen also Hitzewallungen bekommt, kümmerst du dich um deine eigenen Hitzewallungen. Schmilz die Margarine in der Mikrowelle und zerbrösel derweil die Kekse in möglichst kleine Stücke. Während das natürlich eine Küchenmaschine mit Reibe in Sekunden kann (und auch viel gleichmäßiger als es dir von Hand je gelingen würde), macht es wesentlich mehr Spaß (und Krach), stattdessen dem Gebäck mit einem Nudelholz (und Minnesota nice feelings) zuleibe zu rücken. Misch anschließend die Margarine unter die Keksbrösel (und die Keksbrösel unter die Margarine, who cares, Hauptsache alles ist gut feucht) und drück alles in der Springform fest, sodass du am Ende eine möglichst homogene Keksbröselschicht hast. Diese Keksbröselschicht wandert nun für 10 Minuten in den Backofen, um ein wenig auszuhärten.

Damit dir nicht langweilig wird, nutzen wir diese 10 Minuten für das Anrühren des Belags. Gib einfach alle Zutaten in eine Schüssel, die das verkraftet und verrühre sie zu einer geschmeidigen Masse. Nach 10 Minuten kannst du den vorgebackenen Boden aus dem Backofen holen und diese Überdosis an Milch- bzw. Milchersatzprodukten darauf gießen. Danach wandert alles wieder in den Backofen.

Wenn du jetzt aber denkst, du hättest 45 Minuten Zeit, um etwas anderes zu machen (Staubsaugen, Kreuzworträtsel lösen, Gassi gehen, you name it), muss ich dich enttäuschen. Du hast nur 35 Minuten, denn der Guss will auch ein bisschen Liebe bekommen.

Ein kurzer Einschub, bevor ich selbst erst im Postskriptum daran denke: Das Backblech im Ofen hat eine wichtige Funktion, die jetzt zum Tragen kommt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass noch jede Backofen ein wenig undicht war. Spätestens jetzt fängt der Käsekuchen an auszulaufen. Damit diese Emulsion aus Wasser, Fett und anderen flüssigen Bestandteilen nicht auf den Boden des Backofens tropft und dort unter massiver Rauchentwicklung verdampft und deinem Cheesecake eine unangenehme Räuchernote verpasst (und auch damit deine Rauchmelder dich und die Nachbarschaft in Ruhe lassen!), solltest du immer wieder mal schauen, ob es sinnvoll wäre, die Flüssigkeit vom Backblech zu wischen. 

Also: Verrühre Schmand, Zucker, Vanillezucker und Zitronensaft und erhitz diese Mischung bis sie anfängt zu blubbern. (Es reicht, wenn sie anfängt, sie muss nicht vor Wut kochen.) Lass sie ein wenig neben der heißen Herdplatte abkühlen, bis der Timer (Ich hoffe doch, du hast dir einen Timer gestellt) verkündet, dass die 45 Minuten abgelaufen sind. Hol die Springform zum zweiten Mal an diesem Tag aus dem Ofen und verteil den Guss auf dem Käsekuchen, so dass er vollständig bedeckt ist. Schieb den Kuchen anschließend zum letzten Mal in den Backofen und gönn ihm noch zehn Minütchen bei lauschigen 160 Grad.

Lass den Kuchen in der Springform auskühlen. Bewahre ihn anschließend im Kühlschrank auf bis du ihn servieren willst. Es reicht, wenn du ihn unmittelbar vor dem Verzehr aus der Springform befreist.

Eet smakelijk!

PS: Solltest du dich für die vegane Variante entscheiden, dann wundere dich nicht. Der Guss neigt dazu, sich im Ofen aufzublähen als wäre eine eine Puddinghaut. Das geht wieder vorbei.